521 Aktive aus sieben Ländern, 27 Großmeister, zwei Tage Sportzentrum Nord – Salzburg feierte, was 2001 in der Traunreuter Traunpassage begann.
Sieben Länder, 521 Teilnehmer, ein Wochenende: Im Salzburger Sportzentrum Nord ist Mitte Juli gefeiert worden, was vor 25 Jahren in einer Schule mitten in der Traunreuter Traunpassage seinen Anfang nahm. Der Anlass: das Jubiläum der Taekwondo-Schulen Könnecke, gegründet am 20. Mai 2001 genau dort.
Wer heute durch die Region fährt, stößt fast überall auf Standorte des Schulverbunds – Traunreut, Trostberg, Salzburg, Surtal, Freilassing, Bad Reichenhall, Neuötting, Übersee, Garching an der Alz, Sankt Gilgen, und ab September kommt Bernau am Chiemsee dazu. Angefangen hat alles deutlich bescheidener, mit einer einzigen Schule in der Traunpassage und einem Gründer, dem damals noch niemand ansah, wohin das führen würde.
Dass eine Kleinstadt im Chiemgau zum Bezugspunkt für koreanische Kampfkunst weltweit werden würde, klingt zunächst unwahrscheinlich. Tatsächlich sitzt hier heute das Traditional Taekwondo Center, ein internationaler Fachverband mit über 70 Schulen in Deutschland, Österreich, Frankreich, den USA und – seit Kurzem – auch Italien. Im vergangenen November wurde Thomas Könnecke zum Vorsitzenden ernannt.
Eröffnet hatte er die Traunreuter Schule 2001 gemeinsam mit Großmeister Kwon Jae-Hwa, einem der fünf Meister, die 1965 im Regierungsauftrag Taekwondo in die Welt trugen und bis heute vielen als Begründer der Sportart in Europa gilt. Der Kontakt riss nie ab: Erst im Oktober vergangenen Jahres reiste Könnecke mit einer 70-köpfigen Delegation zu Kwon nach New York, umgekehrt kam der mittlerweile 89-Jährige im Laufe der Jahre viermal selbst nach Traunreut, um in der Schule zu unterrichten, die er einst mitbetreute.
Wie groß die Reichweite mittlerweile geworden ist, zeigte sich beim Jubiläumslehrgang in Salzburg. 521 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Italien, der Schweiz, Griechenland, Zypern und den USA kamen ins Sportzentrum Nord – darunter 27 Großmeister aus aller Welt. An beiden Tagen standen 30 Unterrichtseinheiten zu den fünf technischen Säulen des traditionellen Taekwondo auf dem Programm: Formenlauf, Kombinationen, Technikschulung, Kicktechnik und Freikampf, offen für alle Gürtelgrade vom weißen Anfänger bis zum schwarzen Meistergurt.
Den weitesten Weg hatte David Ippen aus Honolulu auf sich genommen; seine zwei Lehrgangseinheiten zählten zu den Höhepunkten des Wochenendes. Einen kürzeren, aber nicht weniger emotionalen Weg hatten die zahlreichen Trainierenden aus Traunreut selbst, die zur Feier ihrer eigenen Schule anreisten. Zum Abschluss rundeten Vorführungen des deutschen Nationalteams und einer italienischen Delegation das Programm ab. Unter den mehr als 500 Gästen dürfte sich mancher gefragt haben, wie eine Schule in der Traunpassage zum Ausgangspunkt von alldem werden konnte. Die Antwort liegt wohl in genau der Kontinuität, die auch dieses Jubiläum trägt: 25 Jahre, ein Gründer, und ein Netzwerk, das immer noch wächst.
Text, Foto: Thomas Könnecke

