Symbolort für gelungene Integration und den Aufbau demokratischer Strukturen
Die Stadt Traunreut ist ein für die Demokratiegeschichte Bayerns bedeutender Ort. Zu diesem Schluss ist das Präsidium des Bayerischen Landtags gekommen und ernennt Traunreut offiziell zum „Ort der Demokratie in Bayern“. Die Stadt wird als Symbolort der gelungenen Integration von Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg ausgezeichnet.
Landtagspräsidentin Ilse Aigner: „Die Geschichte von Traunreut zeigt eindrucksvoll, wie engagierte Bürgerinnen und Bürger durch Integration und den Aufbau eines starken Gemeinwesens demokratische Strukturen geprägt haben. Dass Traunreut nun als „Ort der Demokratie in Bayern“ ausgezeichnet wird, ist Anerkennung dieses besonderen historischen Engagements.“
Durch die „Orte der Demokratie in Bayern“ werden Geschichte und Bedeutung der Demokratie im Freistaat sichtbar. Ziel ist, demokratische Werte, historische Erfahrungen und gesellschaftliches Engagement im öffentlichen Raum erfahrbar zu machen und das Bewusstsein für den Wert der Demokratie weiter zu stärken.
„Der besondere Traunreuter Weg und die Erfolgsgeschichte unserer heutigen Stadt waren nur durch den unermüdlichen Einsatz vieler Bürgerinnen und Bürger möglich. Ihr Zusammenhalt und ihr Handeln im Sinne der Demokratie verdienen größten Respekt – und diese Werte leben wir bis heute. Es freut mich sehr, dass der Bayerische Landtag uns mit dieser Auszeichnung ehrt“, so Erster Bürgermeister Hans-Peter Dangschat.
Jeder „Ort der Demokratie“ erhält eine goldene Gedenk-Stele, die im Rahmen eines Festakts enthüllt werden soll. Es handelt sich um einen Sockel aus Kelheimer Marmor mit einem goldfarbenen Würfel an der Spitze. Der sogenannte „Verfassungswürfel“ besteht aus mehreren goldenen Tafeln mit verschiedenen Schriftzügen. Über einen genauen Standort in Traunreut wird noch entschieden. Die Stadt wird durch diese Auszeichnung außerdem Teil einer multimedialen Wanderausstellung sowie der interaktiven Homepage des Bayerischen Landtags.
Die Auszeichnung wird seit 2021 vom Bayerischen Landtag verliehen. Jetzt wurden neben Traunreut sechs weitere Schauplätze für ihre besondere demokratiegeschichtliche Bedeutung gewürdigt, unter anderem in München und Nürnberg. Im Chiemgau ist die Stadt Traunreut schon der zweite Ort der Demokratie. Im vergangenen Jahr wurde dieser Titel Herrenchiemsee zugesprochen, da dort 1948 durch ein Sachverständigengremium wichtige Vorarbeiten für das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geleistet wurden.
Die Auswahl der Orte erfolgt auf Empfehlung des wissenschaftlichen Beirats unter dem Vorsitz von Staatsminister a.D. Dr. Ludwig Spaenle und Prof. Dr. Ferdinand Kramer. Der überparteiliche Beirat begleitet das Projekt seit Beginn mit fachlicher Expertise aus Wissenschaft, politischer Bildung, kommunalen Spitzenverbänden und der Heimatpflege
Foto: Gedenk-Stele für „Orte der Demokratie in Bayern“
(Bildarchiv Bayerischer Landtag, Foto: Rolf Poss)
