Zu einem ganz besonderen Ständchen, verbunden mit einem Vereinsausflug, machte sich kürzlich ein Teil der Blaskapelle Traunwalchen auf den Weg ins knapp 1.000 Kilometer entfernte Nettuno in Italien. Der besondere Anlass: der 95. Geburtstag des Traunreuter Ehrenbürgers Dr. Antonio Simione, über den bereits berichtet wurde.

Dr. Antonio Simione war von 1973 bis 1990 Bürgermeister der italienischen Küstenstadt Nettuno. Vor mehr als 50 Jahren war er auf italienischer Seite eine treibende Kraft für die enge Verbindung zwischen Nettuno und Traunreut. Diese Freundschaft und Partnerschaft wird bis heute durch zahlreiche persönliche Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten lebendig gehalten.

Die Musikerinnen und Musiker der Blaskapelle Traunwalchen nahmen die weite und durchaus strapaziöse Reise gerne auf sich, um dem Jubilar persönlich zu gratulieren. Vor der Kirche „Nostra Signora delle Grazie e Santa Maria Goretti“ überraschten sie Dr. Antonio Simione mit einem musikalischen Ständchen.

Sichtlich überrascht und zugleich sehr erfreut genoss der Jubilar die musikalische Darbietung. Als Erinnerung an diesen besonderen Moment überreichte Stadtrat und zweiter Vorstand der Blaskapelle, Hans Jobst, Dr. Antonio Simione ein Gruppenfoto der Musikanten. Im Anschluss lud der Jubilar die Musiker zu einem gemeinsamen Umtrunk in gemütlicher Runde ein.

Da Nettuno mit seiner Lage am Mittelmeer zu den beliebten Urlaubsorten Italiens zählt, nutzten die Musikanten ihren Aufenthalt, um nach dem offiziellen Anlass noch einige schöne Tage bei sommerlichen Temperaturen am Meer zu verbringen.
Ein weiterer Programmpunkt führte die Gruppe gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Traunreut Hans-Peter Dangschat zum großen Soldatenfriedhof von Nettuno. Auf dem rund 31 Hektar großen Areal befinden sich die Gräber von 7.860 US-Soldaten, die während der Kämpfe und Landungen auf Sizilien, bei Salerno, Anzio und Nettuno in den Jahren 1943 und 1944 gefallen sind. Die Größe der Anlage und vor allem die große Zahl der dort bestatteten Soldaten hinterließen bei den Besuchern einen tiefen und nachdenklich stimmenden Eindruck.
Im Anschluss lud Bürgermeister Hans-Peter Dangschat die Musikanten zu einem gemeinsamen Mittagessen in ein originales italienisches Restaurant ein. Bei italienischen Spezialitäten und geselligem Beisammensein konnte man die Eindrücke des Vormittags noch einmal Revue passieren lassen.

Auch ein Tagesausflug nach Rom durfte während des Aufenthalts nicht fehlen. Mit dem Zug ging es in die rund 60 Kilometer entfernte italienische Hauptstadt. Dort standen zahlreiche weltberühmte Sehenswürdigkeiten auf dem Programm – darunter das Kolosseum, der Trevi-Brunnen, das Pantheon und der Petersdom, um nur einige zu nennen. Mit vielen beeindruckenden Eindrücken von der „Ewigen Stadt“ kehrte die Gruppe am Abend nach Nettuno zurück. Den ereignisreichen Tag ließ man schließlich an der belebten Promenade von Nettuno in geselliger Runde ausklingen.

Nach einigen abwechslungsreichen, interessanten und vor allem unvergesslichen Tagen in Italien hieß es schließlich Abschied nehmen und die Heimreise anzutreten. Für die Blaskapelle Traunwalchen war es sicherlich ein ganz besonderes Erlebnis.

Text, Foto: Hans Jobst