Risse im Asphalt, Flickstellen, bröckelnde Kanten, Unebenheiten – wer in der Traunreuter Ostlandstraße steht, der sieht auf den ersten Blick: Die Straße muss dringend saniert werden, und das ist schon sehr lange so. Wenn am Montag die große Sanierungsmaßnahme von Stadtwerken und Bauamt startet, sind bereits über 20 Jahre an Gesprächen und Planung vergangen.

Es gibt glücklicherweise nur noch wenige Straßen im Stadtgebiet, die in einem derart schlechten Zustand sind wie die Ostlandstraße, allerdings lässt sich eine Sanierung nicht immer einfach durchführen. Bei diesem konkreten Beispiel hatten sich schon mehrere Stadtratsgremien ganz klar für eine Sanierung ausgesprochen und Mittel bereitgestellt, die von der Stadtverwaltung für diese Maßnahme eingesetzt werden sollten. In die Umsetzung kam es aber viele Jahre nicht. Der Grund: Die schwierigen Grundstücksverhältnisse in der Straße.

Für einen zeitgemäßen Ausbau musste die Stadt Grund erwerben. Das bedeutete auch: viele Gespräche und Verhandlungen mit zahlreichen verschiedenen Parteien. Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften, unter anderem die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, mussten genauso überzeugt werden wie Wohnungseigentümergemeinschaften.

Auch Erster Bürgermeister Hans-Peter Dangschat war umfassend in die Gespräche eingebunden: „Ich möchte mich an dieser Stelle besonders bei der Immobilienabteilung der Stadt Traunreut bedanken. Ich freue mich sehr, dass es uns gemeinsam gelungen ist, alle an einen Tisch zu bringen und gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten. Jetzt können wir die Ostlandstraße nach so vielen Jahren endlich in einen modernen ordentlichen Zustand bringen“, so Dangschat.Nach dem Auffräsen der Straße kümmern sich in den ersten vier Wochen die Stadtwerke Traunreut um die Erneuerung beziehungsweise das Umverlegen der Hauptwasserverleitung, die aus dem Jahr 1975 stammt und bisher überwiegend auf Privatgrund verlegt war. Betroffen ist eine Leitungslänge von ca. 205 Metern, die im Zuge der Baumaßnahme nun in den öffentlichen Grund umverlegt wird. Parallel dazu werden auch acht Hausanschlüsse an die Wasserversorgung erneuert.

Im Anschluss übernimmt das Tiefbauamt der Stadt Traunreut. Vor Sanierung der Asphalt- und Parkplatzflächen werden zunächst für eine nachhaltige Straßenentwässerung Sickerrigolen verbaut. Sie sind Teil des Schwammstadt-Konzepts der Stadt. Dieses besagt: Regenwasser soll möglichst dort gespeichert, versickert oder genutzt werden, wo es fällt, statt sofort in die Kanalisation geleitet zu werden. Das verhindert zum einen Überschwemmungen bei Starkregen, zum anderen unterstützt gespeichertes Wasser Bäume und Grünflächen in trockenen Zeiten. Eine Verdunstung kann an heißen Tagen zusätzlich für Abkühlung sorgen.

Am Montag, den 31. August beginnen die umfangreichen Infrastrukturarbeiten in der Ostlandstraße in Traunreut, die voraussichtlich bis Anfang November andauern werden. Die Straße ist zu diesem Zeitraum für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Zufahrt für Anwohner ist natürlich möglich.