Wenn andere noch im Klassenzimmer sitzen, sind sie bereits draußen im Einsatz: Neun Schülerinnen und Schüler des Forscherpakets nutzten den frühen Morgen des 13. März 2026 für einen ungewöhnlichen, aber umso bedeutsameren Einsatz – die Rettung wandernder Erdkröten.

Frühjahrswanderung mit Hindernissen
Jedes Frühjahr brechen Kröten und Frösche zu ihren angestammten Laichgewässern auf, um dort ihre Eier abzulegen. Diese Wanderung wird jedoch durch den Straßenverkehr zur lebensgefährlichen Herausforderung. Damit möglichst viele Amphibien ihr Ziel erreichen, hat die ansässige Ortsgruppe des Bund Naturschutz in Gigling einen Krötenzaun errichtet, der die Tiere entlang der Straße in Eimer leitet, aus denen sie täglich geborgen und sicher auf die andere Seite gebracht werden können.

Anfassen erwünscht
Genau diese Aufgabe übernahmen die Fünftklässler in der ersten Unterrichtsstunde. Mit Begeisterung holten sie die gesammelten Tiere aus den Eimern, zählten sie sorgfältig – insgesamt kamen dabei über 70 Kröten zusammen – und setzten sie vorsichtig am Laichgewässer auf der anderen Straßenseite frei. Besonderes Staunen lösten die bereits im Wasser treibenden Laichschnüre aus, ein erster sichtbarer Beleg für die erfolgreichen Überführungen der Vortage.

Erfahrung trifft Engagement
Fachkundige Begleitung kam von Simon Bauer, ehemaligem Biologielehrer am JHG und Vorsitzendem der örtlichen Bund-Naturschutz-Gruppe. Er brachte den Schülerinnen und Schülern die Lebensweise der Amphibien näher und verdeutlichte, warum solche Unterstützungsmaßnahmen für den Erhalt lokaler Populationen so entscheidend sind.

Für die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forscherpakets war es weit mehr als ein Ausflug: Sie konnten erleben, dass Naturschutz keine abstrakte Angelegenheit ist, sondern von engagierten Menschen vor der eigenen Haustüre mitgetragen werden kann – Eimer für Eimer.

Foto, Text: StR David Dietl, JHG