{"id":23170,"date":"2023-12-14T13:34:56","date_gmt":"2023-12-14T12:34:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.traunreuter-stadtblatt.de\/?p=23170"},"modified":"2023-12-14T13:34:56","modified_gmt":"2023-12-14T12:34:56","slug":"kaugummi-made-in-traunreut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.traunreuter-stadtblatt.de\/?p=23170","title":{"rendered":"Kaugummi made in Traunreut"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kaugummipapier-Fund im Kaufmannsladen \u00f6ffnet T\u00fcr in die Vergangenheit.<\/strong><\/p>\n<p>Als Industriestadt bekannt, hat Traunreut schon viele Fabriken und Produktionsst\u00e4tten kommen und gehen sehen. Davon bleiben uns nicht alle im Ged\u00e4chtnis, wie der 2011 dem Museumsdepot \u00fcbergebene Plakatentwurf aus einer Firma aus dem Jahre 1948 zeigt. Geworben wurde hierbei mit dem Bedruck \u201eKau-Wai, der erste deutsche Kaugummi\u201c. Damals wurden in einem ehemaligen Geb\u00e4ude der Muna (der Name der Heeresmunitionsanstalt St. Georgen, das heutige Traunreut) Kaugummis und sp\u00e4ter Waffeln unter dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Peter Obisz hergestellt und verkauft.<br \/>\nDurch einen gl\u00fccklichen Fund in einem alten Kaufladen ist nun auch die Verpackung des \u201eersten deutschen Kaugummis\u201c erhalten. Sonja Kovacevic aus Willmars an der Rh\u00f6n wollte den Kaufladen f\u00fcr ihre Enkelin herrichten, als sie ein altes Kaugummipapier fand. Nach einer kurzen Recherche \u00fcber die Relevanz des Fundst\u00fcckes, kontaktierte sie das Stadtarchiv Traunreut und entschloss sich die Verpackung zur Aufbewahrung dorthin zu schicken. Dieser Teil der Geschichte wird dort seinen Platz neben dem Plakatentwurf der selbigen Firma einnehmen und sorgf\u00e4ltig aufbewahrt. \u201eDas Kaugummipapier kann man auf das Jahr 1948 datieren\u201c, so Valentin Haase vom Stadtarchiv. \u201eZum einen wird noch die Ortsbezeichnung St. Georgen\/Oberbayern als Firmensitz verwendet und zum anderen weist die Preisauszeichnung auf ein Datum vor der W\u00e4hrungsreform hin.\u201c<\/p>\n<p>Unscheinbar wie Kaugummis auch sein m\u00f6gen, haben sie doch einen erstaunlich gro\u00dfen geschichtlichen Wert und begleiten die Menschheit schon seit Jahrtausenden. Sei es als Birkenpech ca. 8000 Jahre vor Christus im heutigen Schweden oder der wei\u00dfen Kaumasse Mastix, welche im alten Griechenland und dem R\u00f6mischen Reich daf\u00fcr bekannt war, Mundgeruch zu verringern und Z\u00e4hne wei\u00df zu halten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-23172 alignleft\" src=\"https:\/\/www.traunreuter-stadtblatt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Kau-Wai-Plakatentwurf.jpg\" alt=\"\" width=\"338\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/www.traunreuter-stadtblatt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Kau-Wai-Plakatentwurf.jpg 1024w, https:\/\/www.traunreuter-stadtblatt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Kau-Wai-Plakatentwurf-300x187.jpg 300w, https:\/\/www.traunreuter-stadtblatt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Kau-Wai-Plakatentwurf-768x479.jpg 768w, https:\/\/www.traunreuter-stadtblatt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Kau-Wai-Plakatentwurf-400x250.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 338px) 100vw, 338px\" \/>Die Popularit\u00e4t des uns heute bekannten und g\u00e4ngigen Kaugummis stieg vor allem in der Nachkriegszeit rapide an. Ausschlaggebend ist dabei wohl, dass die beliebte Kaumasse ein fester Bestandteil der Rationen in Deutschland stationierter amerikanischer Soldaten war und teils sogar als \u201eMunition\u201c der Rosinenbomber genutzt wurde. Diese brachten \u00fcber die Berliner Luft-br\u00fccke (1948-1949) Lebensmittel und andere lebenswichtige Hilfsmittel in das in der sowjeti-schen Besatzungszone liegende West-Berlin. Gail Halvorsen, Pilot der US-Luftwaffe, war der erste, der Kaugummis und Schokoladen in Stofftaschent\u00fccher packte und beim An- und Abflug auf Berlin f\u00fcr unten wartende Kinder abwarf. Sp\u00e4ter nahmen sich viele Piloten an ihm ein Beispiel und der Name \u201eRosinenbomber\u201c war geboren.<\/p>\n<p>Kleine unscheinbare Funde wie der der Verpackung des in Traunreut hergestellten Kaugummis k\u00f6nnen uns T\u00fcren in unsere Vergangenheit \u00f6ffnen, welche l\u00e4ngst vergessen scheinen und welche oft so viel mehr Bedeutung mit sich bringen, als man glaubt. Auch wenn das meiste des Allt\u00e4glichen im Laufe der Geschichte verloren gehen wird, verbinden uns diese Einblicke in das Vergangene mit den Generationen vor uns.<\/p>\n<p>Also wenn sie das n\u00e4chste Mal einen Kaugummi an ihrer Schuhsohle kleben haben, denken Sie daran, dass sie ein St\u00fcck Geschichte mit sich tragen.<\/p>\n<p>Foto: Diese Kaugummiverpackung wurde zuf\u00e4llig in einem Kinderkaufmannsladen entdeckt.<br \/>\nSchon gewusst? \u2013 der erste in Deutschland produzierte Kaugummi wurde im heutigen Traunreuter Stadtgebiet hergestellt.<\/p>\n<p>Text: Stadtarchiv Traunreut<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaugummipapier-Fund im Kaufmannsladen \u00f6ffnet T\u00fcr in die Vergangenheit. Als Industriestadt bekannt, hat Traunreut schon viele Fabriken und Produktionsst\u00e4tten kommen und gehen sehen. Davon bleiben uns nicht alle im Ged\u00e4chtnis, wie der 2011 dem Museumsdepot \u00fcbergebene Plakatentwurf aus einer Firma aus dem Jahre 1948 zeigt. 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