{"id":20007,"date":"2023-03-26T23:34:22","date_gmt":"2023-03-26T21:34:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.traunreuter-stadtblatt.de\/?p=20007"},"modified":"2023-04-30T14:47:40","modified_gmt":"2023-04-30T12:47:40","slug":"stellungnahme-der-stadt-traunreut-im-planfeststellungsverfahren-zur-b-304","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.traunreuter-stadtblatt.de\/?p=20007","title":{"rendered":"Stellungnahme der Stadt Traunreut im Planfeststellungsverfahren zur B 304"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Stadt Traunreut hat in einem Schreiben an die Regierung von Oberbayern eine offizielle Stellungnahme als Tr\u00e4ger \u00f6ffentlicher Belange im Planfeststellungsverfahren zur Ortsumfahrung B 304 Altenmarkt BA 2 eingereicht. Neben den Ausf\u00fchrungen des Stadtbaumeisters der Stadt Traunreut hat sich auch der Stadtrat der Stadt Traunreut auf eine gemeinsame, ablehnende Stellungnahme verst\u00e4ndigt, die im Folgenden dargelegt wird:<\/strong><\/p>\n<p><strong><u>Gemeinsame Stellungnahme des Stadtrats der Stadt Traunreut:<\/u><\/strong><\/p>\n<p><strong>Planung der sog. &#8222;West-Trasse&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die aktuelle Planung der sogenannten &#8222;West-Trasse&#8220; wird den Erfordernissen der Verkehrsplanung in der Region 18 nicht gerecht. Dies wurde und wird seit Jahren im Stadtrat Traunreut aus den nachfolgenden Gr\u00fcnden so gesehen. Es handelt sich hier nach Ansicht des Stadtrats nicht, wie vom Staatlichen Bauamt Traunstein dargestellt, um Ortsumfahrungen von Trostberg, Altenmarkt, Stein an der Traun, Sankt Georgen und H\u00f6rpolding sowie im weiteren Verlauf Richtung Traunstein, sondern um ein Teilst\u00fcck des Ausbaus einer Verbindung der A 94 zur A 8. Eine solche leistungsf\u00e4hige Verkehrsverbindung zwischen den beiden Autobahnen ist im Bundesverkehrswegeplan in der Region 18 vorgesehen. Hierf\u00fcr w\u00e4re jedoch eine \u00fcberregionale Planung erforderlich gewesen, die nicht nur die Ortsumfahrung von Altenmarkt ber\u00fccksichtigt, sondern auch entsprechende Entlastungen f\u00fcr Trostberg, Tacherting, Palling und Kammer beinhaltet.<\/p>\n<p>Die sog. Ortsumfahrungen mit einem immens hohen Landschaftsverbrauch auf neuen Trassen entlasten weder die Orte Trostberg noch Traunreut, deren Gewerbegebiete sich vornehmlich im Osten der Stadtgebiete befinden. Eine Trassenf\u00fchrung im Osten wurde bereits zu Beginn der Planungen ausgeschlossen, w\u00e4re aber nach wie vor die sehr viel sinnvollere Variante, da die Gewerbegebiete auf diese Weise an die Bundesstra\u00dfe angebunden w\u00e4ren und mit der Trassenwahl ein wesentlich h\u00f6herer Anteil vorhandener Stra\u00dfen zum Ausbau h\u00e4tte genutzt werden k\u00f6nnen. Der Fl\u00e4chenverbrauch bisher nicht verbauter landwirtschaftlich genutzter B\u00f6den w\u00e4re wesentlich geringer. Die notwendige Abw\u00e4gung der Trassenf\u00fchrung wurde jedoch von Anfang an nicht erm\u00f6glicht, was aus Sicht der Stadt Traunreut einen gravierenden Mangel im Planverfahren darstellt. Der Stadtrat der Stadt Traunreut muss an dieser Stelle nochmals sein Bedauern \u00fcber die Herausnahme der sogenannten \u201egro\u00dfen Ostspange\u201c aus den Planungen bekr\u00e4ftigen.<\/p>\n<p><strong>Knotenpunkt Sankt Georgen<\/strong><\/p>\n<p>In seiner Sitzung vom 17.12.2009 fasste der Stadtrat der Stadt Traunreut folgende Beschl\u00fcsse:<\/p>\n<p><em>Der Stadtrat fordert nach wie vor eine L\u00f6sung f\u00fcr den Verkehrsknoten St. Georgen (siehe anschlie\u00dfender Beschluss \u00fcber die Festlegung f\u00fcr eine der Planungsvarianten), die vor oder sp\u00e4testens mit dem Bau des 2. Bauabschnitts der Ortsumfahrung Altenmarkt verkehrswirksam umgesetzt sein muss. Wenn dies gew\u00e4hrleistet ist, hat die Stadt Traunreut grunds\u00e4tzlich keine Bedenken gegen den Vorentwurf zur Planung f\u00fcr den 2. Bauabschnitt der Ortsumfahrung Altenmarkt. Das Planfeststellungsverfahren f\u00fcr die Ortsumfahrung Altenmarkt &#8211; Bauabschnitt 2 &#8211; endet s\u00fcdlich von Sankt Georgen an der Traunbr\u00fccke.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Stadtrat spricht sich f\u00fcr die vorgestellte &#8222;Variante D&#8220; (Tieflage mit Abdeckung im Bereich der Bahn sowie Tieflage des Kreisverkehrs zur Anbindung der Irsinger Stra\u00dfe und der Kreisstra\u00dfen TS 42 \/ 51) aus. <\/em><\/p>\n<p>Diese geltende Beschlusslage hat der Stadtrat in seiner Sitzung vom 11.05.2022 mit folgendem Beschluss einstimmig bekr\u00e4ftigt:<em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Der Stadtrat verweist auf die gefassten Beschl\u00fcsse zum 2. Bauabschnitt der Ortsumfahrung Altenmarkt. Der Stadtrat fordert zwingend eine L\u00f6sung f\u00fcr den Verkehrsknotenpunkt Sankt Georgen, die vor oder sp\u00e4testens mit dem Bau des 2. Bauabschnitts der Ortsumfahrung Altenmarkt verkehrswirksam umgesetzt sein muss. <\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr die Herausnahme des in der damaligen Planvariante D vorgelegten tiefergelegten Kreisverkehrs am Knotenpunkt Sankt Georgen aus der gesamten Planung besteht von Seiten der Stadt Traunreut kein Verst\u00e4ndnis. Der bestehende Kreuzungspunkt in Sankt Georgen ist bereits jetzt ein Unfallschwerpunkt. Durch ein gesteigertes Verkehrsaufkommen werden die Unfallh\u00e4ufigkeit und die Anzahl der Verkehrsopfer an den Kreuzungsstellen der Trasse im weiteren Verlauf, insbesondere an der Kreuzung in Sankt Georgen, steigen.<\/p>\n<p>Sankt Georgen wird in der bestehenden Planung zum Nadel\u00f6hr, f\u00fcr das es keine L\u00f6sung, sondern eine Versch\u00e4rfung der ohnehin schon ungen\u00fcgenden Verkehrssituation gibt. Zudem werden durch die aktuelle Planung Fakten geschaffen, die eine sp\u00e4tere L\u00f6sung f\u00fcr die dann noch gr\u00f6\u00dfere Problemstelle Sankt Georgen erschweren oder gar unm\u00f6glich machen.<\/p>\n<p>In der vorliegenden Art und Weise wird ein verkehrliches Problem lediglich verlegt &#8211; von Altenmarkt nach Sankt Georgen. Der Bauabschnitt 2 belastet zu etwa 50% das Traunreuter Stadtgebiet und beeintr\u00e4chtigt die Entwicklung im Bereich Stein a. d. Traun, Anning und Sankt Georgen massiv. Eine Entlastung f\u00fcr Traunwalchen ist ebenfalls nicht gegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kosten<\/strong><\/p>\n<p>Unter Zugrundelegung der aktuell bekannten Kosten f\u00fcr den Aubergtunnel in H\u00f6he von 30 Mio. Euro und Hinzurechnung der voraussichtlichen Kosten f\u00fcr den Bauabschnitt 2 in H\u00f6he von 85 Mio. Euro ergeben sich voraussichtliche Gesamtkosten in H\u00f6he von 115 Mio. Euro.<\/p>\n<p>Bei voraussichtlichen Kosten in H\u00f6he von 85 Mio. Euro f\u00fcr den Bauabschnitt 2 (Quelle: PNP-Artikel vom 04.03.2022) erscheint das Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis mehr als fraglich. Urspr\u00fcnglich wurden im Bundeverkehrswegeplan f\u00fcr Bauabschnitt 1 und 2 (Projekt-Nr. B299-G130-BY-T03-BY) Investitionskosten in H\u00f6he von 52, 5 Mio. Euro veranschlagt. Nutzen-Kosten-Verh\u00e4ltnis damals 4,9.<\/p>\n<p>Die derzeit veranschlagten Kosten von ca. 85 Mio. Euro werden angesichts der aktuellen Wirtschafts- und Preisentwicklung nicht zu halten sein und sicher ein Vielfaches betragen. Das Geld fehlt dann f\u00fcr den notwendigen Ausbau des \u00d6PNV und der Bahn. Durch die lange Planungsdauer von \u00fcber 25 Jahren ist die Planung nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Dies alles ist umso gravierender, da die Entlastung von Altenmarkt wesentlich geringer ausfallen d\u00fcrfte als die Belastungen durch die neue Trassenf\u00fchrung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ampelanlagen Anning und Zieglstadl<\/strong><\/p>\n<p>In der aktuellen Planung sind im Bereich Zieglstadl und im Bereich Anning zwei Ampelanlagen mit Linksabbiegespuren und weitl\u00e4ufigen Einschleifspuren und Zubringerstra\u00dfen geplant. Auf einer Bundesstra\u00dfe mit hohem LKW-Verkehrsaufkommen halten wir dies f\u00fcr unangebracht, da der Verkehr hier gestoppt wird, es zu R\u00fcckstauungen kommt und unn\u00f6tige und belastende Stopps und Anfahrten veranlasst werden. Wie n\u00f6rdlich von Altenmarkt bereits mit zwei Kreisverkehren geschehen, m\u00fcssten nach unserem Daf\u00fcrhalten auch auf Traunreuter Stadtgebiet entsprechende Kreisverkehre geplant werden, die die Fl\u00fcssigkeit des Verkehrs garantieren und die Unfallgefahren beim Abbiegen ausschlie\u00dfen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rad- und Fu\u00dfwegef\u00fchrung am &#8222;Herrgottsberg&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die Rad- und Fu\u00dfwegef\u00fchrung am sog. &#8222;Herrgottsberg&#8220; ist in der Planung in keiner Weise ber\u00fccksichtigt. Die Verbindung von Stein a. d. Traun nach Sankt Georgen entf\u00e4llt damit ersatzlos. F\u00fcr Besucher der Kirche, des Friedhofs oder der Dorfgastst\u00e4tte sowie f\u00fcr die Schulkinder bedeutet dies entweder einen enormen Umweg oder den Umstieg auf den motorisierten Verkehr, was den grundlegenden Zielen des Klimaschutzes diametral entgegenl\u00e4uft. Auch Sportler und Kinder aus den Bereichen &#8222;Katzwallner&#8220;, &#8222;Waldburger&#8220; und Stein a. d. Traun k\u00f6nnten die Sportanlagen sowie den Kinderspielplatz in der Irsinger Au nur \u00fcber gro\u00dfe Umwege erreichen.<\/p>\n<p>Gerade Radwegeverbindungen sollten aber in der heutigen Zeit deutlich mehr im Vordergrund stehen und nicht zu Gunsten des Schwerlastverkehrs durch riesige und enorm kostenintensive Bauwerke ersetzt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>L\u00e4rm- und Luftverschmutzung &#8211; Beeintr\u00e4chtigung der Lebensqualit\u00e4t <\/strong><\/p>\n<p>Durch die neue Trasse werden eine ganze Reihe neuralgischer Punkte auf der Trasse ber\u00fchrt. Es wird ausschlie\u00dflich bisher unverbauter Grund und Boden \u00fcberplant und die Trassenf\u00fchrung belastet die unmittelbaren Anwohner mit L\u00e4rm, zus\u00e4tzlicher Luftverschmutzung und der massiven Trennwirkung der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Durch die Neutrassierung mit einem l\u00e4ngeren Verlauf und zus\u00e4tzlichen Steigungen w\u00fcrden auch die CO2-Emissionen steigen. Da die Klimaschutzziele unbedingt erreicht werden m\u00fcssen und deren Nichteinhaltung sanktioniert wird, m\u00fcssen andere Sektoren zus\u00e4tzliche Anstrengungen erbringen. Diese w\u00fcrde f\u00fcr die Stadt Traunreut und die Gewerbebetriebe zus\u00e4tzliche Kosten bedeuten.<\/p>\n<p>Sowohl f\u00fcr die Anwohner im Bereich der neuen als auch entlang der bestehenden Trasse im weiteren Verlauf wird es zu einer Verschlechterung der Lebensqualit\u00e4t durch zus\u00e4tzliche L\u00e4rm- und Schadstoffemissionen kommen.<\/p>\n<p>Im Bereich der neuen Trasse betrifft dies insbesondere die Einwohner von Anning, aber auch von Fasanenj\u00e4ger sowie weiteren Siedlungen und Anwesen. Viele dieser B\u00fcrger sind aus dem Bereich der jetzigen Bundesstra\u00dfe weggezogen und haben sich in ruhiger Lage ein neues Haus gebaut. Zus\u00e4tzlich bedingen die beiden Steigungen bei Nock und Anning eine enorme Zunahme der Schadstoffemissionen. Die bereits bestehende Problematik bei der Inversionslage im Alz- und Trauntal wird durch die erh\u00f6hte Luftverschmutzung ma\u00dfgeblich verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Entlang der bestehenden Trasse im weiteren Verlauf der Neutrassierung werden vor allem die B\u00fcrger von Sankt Georgen, H\u00f6rpolding und Matzing durch zus\u00e4tzliche Emissionen, bedingt durch eine Zunahme des Fernverkehrs, vor allem des n\u00e4chtlichen Schwerlastverkehrs, in ihrer Lebensqualit\u00e4t beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p>Eine Entlastung bei Ortsdurchfahrten kann nur erreicht werden, wenn Lenkungsma\u00dfnahmen beim LKW-Verkehr genutzt werden. Dies ist bisher nicht der Fall, da wegen k\u00fcrzerer Distanzen nach wie vor Bundes- und Staatsstra\u00dfen anstelle der Autobahn genutzt werden. Diese Problematik wird durch die neue Planung, die wie bereits dargelegt als Verbindung zwischen A94 und A8 angenommen werden wird, noch weiter verfestigt.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang ist anzuf\u00fchren, dass die bisherigen Ma\u00dfnahmen zum Ausbau des Personen- und G\u00fcterverkehrs in der Region unzureichend sind. Die Infrastruktur ist v\u00f6llig veraltet und l\u00e4sst nur geringe Reisegeschwindigkeiten zu. Auch die Fahrzeuge, das Tarif- und die Auskunftssysteme sind nicht attraktiv. Beim G\u00fcterverkehr wurden viele bestehende Anschl\u00fcsse geschlossen; Containerterminals sind Mangelware. Die \u00d6sterreicher und die Schweizer machen es uns vor, wie der \u00d6PNV und der G\u00fcterverkehr auf der Schiene im l\u00e4ndlichen Raum effizient funktionieren und so die Stra\u00dfen entlastet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die ortsnahe Erholung wird stark beeintr\u00e4chtigt; \u00d6kologie und das Landschaftsbild werden nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen.<\/p>\n<p>Die neue Trasse hat enorme Auswirkungen auf den Natur- und Artenschutz, indem nat\u00fcrliche Lebensr\u00e4ume verloren gehen und insbesondere das Gebiet f\u00fcr die B\u00fcrger massiv beeintr\u00e4chtigt wird. Dies gilt vor allem f\u00fcr die Mops-Fledermauspopulation und die Natur entlang des Anninger Baches, der als sehr beliebtes Naherholungsgebiet aufgegeben werden muss.<\/p>\n<p>Damit einhergehend wirken sich die Faktoren negativ auf den Tourismus sowie die Standortattraktivit\u00e4t der Stadt aus. L\u00e4rmemissionen, massive Eingriffe in die Landschaft sowie die Beeintr\u00e4chtigung von Wohn- und Naherholungsgebieten f\u00fchren unweigerlich zu finanziellen Einbu\u00dfen f\u00fcr Betriebe, die von der Attraktivit\u00e4t als Urlaubsregion leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Immenser Fl\u00e4chenverbrauch<\/strong><\/p>\n<p>Die neue Trasse versiegelt zu viele Fl\u00e4chen und zerschneidet landwirtschaftliche Fl\u00e4chen, die in der Folge nie wieder zur Verf\u00fcgung stehen werden. Ebenso kann es sein, dass die bewirtschafteten Fl\u00e4chen teilweise derart durchschnitten werden, dass sie f\u00fcr den Landwirt wertlos werden bzw. eine sinnvolle Nutzung nicht mehr m\u00f6glich ist. Durch die geplante Bauma\u00dfnahme werden ca. 50 ha fruchtbares Ackerland unwiederbringlich verloren gehen und somit der regionalen Lebensmittelproduktion entzogen. Der ohnehin schon mehr als schwierige Erhalt eines landwirtschaftlichen Betriebes wird durch eine derartige Ma\u00dfnahme f\u00fcr die betroffenen Landwirte immens erschwert, sodass mit dem Projekt und der dadurch bedingten Entwertung der Fl\u00e4chen weitere Betriebsschlie\u00dfungen einhergehen k\u00f6nnen. Dies umso eher, da ein ortsnaher Ausgleich nicht m\u00f6glich sein wird.<\/p>\n<p>Zudem tangiert die Trassenf\u00fchrung im Westen die vorhandenen Wohngebiete immens. Zieglstadl wird in einer Verkehrsinsel gefangen, die Anbindung und Trassenf\u00fchrung durch Anning und Weisham ist v\u00f6llig indiskutabel und \u00fcberdimensioniert. Ein R\u00fcckbau bestehender Stra\u00dfen ist nur in ganz geringem Ma\u00dfe vorgesehen, sodass hier riesige neue Einschleifungen, Anbindungen und Br\u00fcckenbauwerke entstehen. Der immense Fl\u00e4chenverbrauch ist in diesem Ausma\u00df mit dem heutigen notwendigen Fokus auf eine Minimierung der Versiegelung mit nichts zu begr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Der enorme Fl\u00e4chenbedarf der neuen Trasse schr\u00e4nkt dar\u00fcber hinaus die k\u00fcnftige st\u00e4dtebauliche Entwicklung der Stadt massiv ein, da \u00f6kologische Ausgleichsfl\u00e4chen ohnehin nur in geringem Ma\u00dfe vorhanden sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Risikoerh\u00f6hung bei Starkregenereignissen<\/strong><\/p>\n<p>Bereits in der Vergangenheit, unter anderem am 24.07.2016, mussten die Anwohner von Stein an der Traun, Anning und Fasanenj\u00e4ger leidvoll erfahren, dass es auch bei uns zu Unwetterereignissen kommen kann, denen die bestehende Infrastruktur der Oberfl\u00e4chenwasserabf\u00fchrung nicht gewachsen ist. Wird nun ein so massiver Eingriff in die Gel\u00e4ndestruktur vorgenommen, wie es bei der geplanten Stra\u00dfenf\u00fchrung unausweichlich ist, entsteht eine durchaus realistische Gef\u00e4hrdung der Bereiche Anning und Fasanenj\u00e4ger bei erneuten Starkregenereignissen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Querung von Fl\u00e4chen der alten Deponie bei Anning<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Weisbrunner Feld quert die geplante Trasse eine Altlastenfl\u00e4che, bei der fraglich ist, welche Rest-Giftstoffe sich dort noch im Boden befinden. Ferner ist es nicht absehbar, wie sich die Querung der Deponiefl\u00e4che durch die neue Stra\u00dfenf\u00fchrung auswirkt. Austritt von Umweltgiften oder \u00c4hnlichem sind nicht absehbar und k\u00f6nnen Verunreinigungen im Grundwasser erm\u00f6glichen. Zudem ist die Gefahr von Absenkungen vorhanden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verhinderung der Feuerwehr-Hilfsfristen<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund der geplanten Stra\u00dfenf\u00fchrung in Zieglstadl wird der Anfahrtsweg zu den Ortsteilen Reit, Holzreit, Gigling und Mais erheblich l\u00e4nger. Unter Umst\u00e4nden kann die notwendige Hilfsfrist nicht mehr eingehalten werden, in jedem Fall kommt es aber zu einer deutlichen Verschlechterung der Hilfsfrist.<\/p>\n<p>Ebenso verh\u00e4lt es sich bzgl. der Hilfsfrist auf der Trasse selbst. Auf dem Teilst\u00fcck zwischen M\u00f6gling und Zieglstadl ist die Auffahrt auf die Trasse nur in den beiden Ortsteilen m\u00f6glich. Das Einhalten der Hilfsfrist ist auf diesem Streckenabschnitt unter keinen Umst\u00e4nden denkbar. Das Feuerwehrger\u00e4tehaus in Altenmarkt liegt um einiges weiter abseits der B304, als es aktuell der Fall ist. Auch die Feuerwehrdienstleistenden aus Trostberg haben zeitliche Probleme, die Hilfsfrist f\u00fcr M\u00f6gling einzuhalten.<\/p>\n<p>Aufgrund der Steigung bzw. des Gef\u00e4lles im Zusammenspiel mit dem k\u00fcnftigen LKW-Verkehrsaufkommen ist unweigerlich mit Unf\u00e4llen zu rechnen, bei denen die Betroffenen auf die schnelle Hilfe durch die Feuerwehr angewiesen sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Geologische Situation in Sankt Georgen \/ Br\u00e4uberg<\/strong><\/p>\n<p>Das sog. \u201eOberdorf\u201c von Sankt Georgen liegt auf einem Nagelfluhfelsen, mithin sehr por\u00f6sem und br\u00fcchigem Gestein. Auf H\u00f6he des \u201eHerrgottsbergs\u201c in Sankt Georgen wird die neue Trasse auf die bestehende B304 einbiegen. Sowohl Ersch\u00fctterungen durch die an dieser Stelle massiven Bauarbeiten als auch das erh\u00f6hte Verkehrsaufkommen, insbesondere in Form des Schwerlastverkehrs, stellen f\u00fcr diesen Bereich ein enormes Gef\u00e4hrdungspotential dar. Dass diese Gef\u00e4hrdung nicht von der Hand zu weisen ist, zeigt auch das verheerende Ereignis des Felssturzes aus dem Jahr 2010, bei dem an der H\u00f6hlenburg in Stein an der Traun \u2013 ebenfalls ein von Nagelfluh bestimmtes Gebiet \u2013 zwei Menschen zu Tode kamen und das dort befindliche Wohnhaus v\u00f6llig zerst\u00f6rt wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zusammenfassend muss die Stadt Traunreut aus den genannten Gr\u00fcnden eine ablehnende Stellungnahme zur Planung der Ortsumfahrung B 304 Altenmarkt BA 2 abgeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadt Traunreut hat in einem Schreiben an die Regierung von Oberbayern eine offizielle Stellungnahme als Tr\u00e4ger \u00f6ffentlicher Belange im Planfeststellungsverfahren zur Ortsumfahrung B 304 Altenmarkt BA 2 eingereicht. 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