„Für alle, die Schönes lieben“ by Marietha MacLachlan-Heigermoser

Was ist Kunst und was ist Kunsthandwerk? Für viele Werke gibt es keine klare Grenze. So lassen sich auch die wunderbaren Unikate von Marietha MacLachlan-Heigermoser in keine Schublade stecken.

Das Auge wandert von einem Detail zum anderen, es scheint, als würde es gar nicht genug bekommen können von der leuchtenden Farbenvielfalt. Dabei fließen afrikanische Motive in die Gestaltung ein und weisen auf die tiefe Verwurzelung der Künstlerin mit diesem fernen Kontinent hin. Die exotische Pflanze Protea mit ihrer bestechenden Farbenpracht findet immer wieder einen wichtigen Stellenwert in der Kunst von Marietha wie auch die lebendige Formenvielfalt.

„Ich bin in dem kleinen Ort West Point an der Westküste Südafrikas aufgewachsen, der direkt am Strand liegt. Es waren diese glücklichen Kindheitsmomente, die mein Leben und meine Kunst wesentlich beeinflussen. Und natürlich auch meine Mutter, selbst künstlerisch tätig. Alles was sie machte, wurde wunderschön“, erzählt die Künstlerin, die erst seit wenigen Jahren in Traunreut lebt. Weitere Stationen ihres Lebens führten sie an der Seite ihres Mannes auch nach China und in die USA. Wer sie kennenlernt ist sofort beeindruckt von ihrer positiven Ausstrahlung, die man auch in all den Werken spürt. Eine unbändige Energie, die in jedem liebevoll gestalteten Detail steckt. „Ich versuche, meine Kunst zu nutzen, um einen positiven Einfluss und Inspiration zu schenken. Ich finde es wichtig, sich der kleinen Dinge bewusster zu werden und sich über sie zu erfreuen.“ Aus diesem Grund sind die kleinen Kunstwerke für jedermann erschwinglich: „Jeder soll sich mit schönen Dingen umgeben, daher sollen meine Werke auch für jeden bezahlbar sein. Gerne zitiere ich den Kunstkritiker Robert Hughes, der einmal schrieb, dass man sich nur der katastrophalen Auswirkungen auf die Kultur vorstellen sollte, wenn jedes lohnende Buch der Welt 1 Million Doller kosten würde.“

Marietha folgt keiner Vorgabe, alles fließt, grenzenlos, farbenfroh, voller Lebensfreude. Dabei liegt ihr Augenmerk auf dem Up-Cycling, selbstverständlich in Verbindung mit dem ihr wichtigen Umweltgedanken: „Gerne hauche ich alten Dingen, die man achtlos entsorgen würde, neues Leben ein. Ich lasse mich inspirieren und schenke ihnen einen neuen Sinn. Ich bearbeite zum Beispiel alte Glasteller, bemale Holzlöffel, aber ebenso kann sich das hölzerne Endstück einer Vorhangstange auf diese Weise in eine ganz eigene Skulptur verwandeln.“ Neben Gouache, einer deckenden Malerei mit Wasserfarben in Verbindung mit verschiedenen Bindemitteln, sind auch die erweiterte Serviettentechnik mit hochwertigem italienischen Papier wie auch Aquarellieren bevorzugte Techniken, mit denen die für uns alltäglichen Gegenstände bearbeitet werden. Dabei überrascht es den Besucher auch nicht, dass sich wunderbare Schmuckstücke unter den Werken von Marietha finden.

Auch auf der Leinwand und auf verschiedenen Formaten tobt sich Marietha aus. So entstehen beeindruckende Collagen bis hin zu selbst gemalten Werken, in denen sie sich bevorzugt den afrikanischen Motiven aus der Natur, der Tierwelt zuwendet. Aber es finden sich auch Portraits darunter, in denen grafische Arbeit auf Aquarell trifft und mit einer bestechenden Leichtigkeit einen ausdrucksstarken Moment auf das kleine Format bannt.

Und so freuen wir uns über die erste Ausstellung in den Räumen des Geyer Holz in Stein an der Traun bis Mitte Juli 2022 und wünschen uns, dass noch weitere folgen werden.

Übrigens könnt ihr, liebe Leser, jederzeit folgen und zwar über Instagram unter #mariethamac_real_abundance