Die meisten Berufsausbildungen in Deutschland sind sogenannte duale Ausbildungen. Das heißt, dass die Auszubildenden sowohl in die Berufsschule gehen, als auch praktisch in einem Ausbildungsbetrieb arbeiten. Daneben gibt es jedoch auch rein schulische Ausbildungen an speziellen Fachschulen bzw. Fachakademien. Hier kann man zum Beispiel Ausbildungen zum Heilerziehungspfleger, zur Kosmetikerin oder zum Mediengestalter absolvieren.

Welche Voraussetzungen musst du mitbringen? Einen Schulabschluss solltest du vorweisen können. Je nach gewünschter Ausbildung musst du entweder die Mittelschule oder die Realschule erfolgreich beendet haben. Gute Noten sind natürlich auch nie verkehrt!

►Realitätscheck: Praktikum

Ob ein Ausbildungsberuf wirklich zu einem passt, erfährt man am besten im echten Leben. Im Ausbildungsbetrieb, in der Werkstatt oder beim Kunden erhält man einen guten Eindruck von den Aufgaben, Materialien, Arbeitsabläufen und auch von den zukünftigen Kollegen. Ein Praktikum kann dabei helfen, die Berufswahl zu bestätigen. Wer einmal Ausbildungsluft in einem Unternehmen geschnuppert hat, kann sehr gut beurteilen, ob Ausbildungsberuf und Ausbildungsbetrieb zu den eigenen Vorstellungen passen.

Wie findet man ein Praktikumsplatz?
Am besten erkundigst du dich bei Betrieben vor Ort, ob Sie Praktika anbieten und vereinbarst vorab telefonisch einen persönlichen Vorstellungstermin. Du solltest gut vorbereitet, mit deinen Unterlagen im Gepäck, den Termin wahrnehmen. Hilfreich ist es, wenn du dich über das Unternehmen vorab online gut informierst, um unter Umständen Fragen beantworten zu können.

Die Bayerische Staatsregierung bietet mit der Plattform BOBY gemeinsam mit der Wirtschaft und der Arbeitsverwaltung eine gute Orientierung. www.boby.bayern.de

►Handwerk schenkt Zukunft

Das bayerische Handwerk benötigt in den kommenden fünf Jahren allein 22.000 Frauen und Männer, die ein Handwerksunternehmen als Nachfolger in die Zukunft führen.

„Eine Ausbildung bildet die ideale Basis für eine spätere Selbstständigkeit. In keinem Wirtschaftsbereich sind die Chancen so gut wie im Handwerk, eines Tages selbst im Chefsessel zu sitzen“, sagt der BHT-Präsident.

Von der Schulbank in den Chefsessel – und das schon in wenigen Jahren? Das gibt es wahrscheinlich nur im Handwerk. Die Auswahl ist riesig, das Handwerk bietet über 130 verschiedene Ausbildungsberufe. Das Gute daran ist, dass für jedes Talent und jedes Interesse das Richtige dabei ist. Die Herausforderung besteht darin, einen Überblick zu gewinnen und sich für den passenden Ausbildungsberuf zu entscheiden.

►Unterstützung bei der Berufswahl: lehrlinge-fuer-bayern.de

Das bayerische Handwerk unterstützt bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsberuf. Wer noch ratlos ist oder ganz am Anfang seiner Berufswahl steht, findet auf handwerk.de oder im Berufe-Checker interessante Ideen. Wenn die Vorstellungen über die berufliche Zukunft schon etwas konkreter sind, gibt es alle Informationen rund um die über 130 Ausbildungsberufe im Berufe-Wiki.
Viele Tipps findet man auch unter www.hwk-muenchen.de.

►Was ist eine duale Ausbildung?

Der Einstieg über die duale Berufsausbildung ist vielseitig und karriereorientiert. Die Ausbildung vereint Tradition und Hightech, Menschen und Maschinen, handwerkliches Geschick und moderne Materialien von der Idee bis zum fertigen Produkt. Die Ausbildung im oberbayerischen Handwerk ist ein Gütesiegel von internationaler Klasse und Sprungbrett in eine spannende Karriere.
Die Ausbildung im Handwerk erfolgt im sogenannten „dualen Berufsausbildungssystem“, kurz im „dualen System“. Der Begriff „dual“ leitet sich aus dem lateinischen „dualis“ ab und bedeutet, dass die Ausbildung von zwei Partnern an zwei verschiedenen Lernorten durchgeführt wird: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.

Grundlage für die Ausbildung ist ein Berufsausbildungsvertrag zwischen dem Ausbildungsbetrieb und dem Auszubildenden. Der Vertrag regelt unter anderem die Ausbildungsinhalte, den Urlaub, die Vergütung und die Ausbildungsdauer.

 

►Warum nicht in die Pflege?

In der Pflege erwartet den Auszubildenden ein sicherer Job mit ausgezeichneten Zukunftsperspektiven, da pflegebedürftige Menschen immer auf pflegerische Unterstützung angewiesen sind. Die Arbeit ist vielseitig und abwechslungsreich, du pflegst, betreust, beratest und unterstützt Menschen aller Altersstufen.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat eine „Ausbildungsoffensive Pflege“ (2019 – 2023) gestartet, um die Einführung der neuen Pflegeausbildungen nach dem Pflegeberufegesetz zu begleiten. Mit konkreten Zielen und rund 100 Maßnahmen sollen gut ausgebildete und engagierte Pflegefachkräfte für das Berufsfeld gewonnen und Pflegeschulen sowie ausbildende Einrichtungen bei der Umstellung auf die neuen Ausbildungen unterstützt werden.

►Neue Pflegeausbildung bietet mehr Perspektiven

Bessere Verdienstmöglichkeiten und bessere Chancen auf dem Jobmarkt: Ziel der generalistischen Ausbildung ist es, die Pflegefachkräfte in allen Bereichen einsetzen zu können. Durch die Vereinheitlichung haben die Absolventen noch mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt, weil es mehr Einsatzmöglichkeiten für sie gibt. Die neue Pflegefachausbildung befähigt Auszubildende zur Pflege von Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungsbereichen. Sie birgt mehr Praxisbezug und wird mit einem Ausbildungsgehalt vergütet.
Die Pflegeausbildung findet beim Träger der praktischen Ausbildung in Kooperation mit der Pflegeschule und weiteren Einsatzorten statt. Träger der praktischen Ausbildung können ambulante Pflegedienste, stationäre Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser sein. Wer eine Pflegeausbildung beginnen möchte, bewirbt sich für einen Ausbildungsplatz bei dem Träger der praktischen Ausbildung. In manchen Fällen kann aber auch eine Pflegeschule das Bewerbungsverfahren für den Träger der praktischen Ausbildung durchführen.

Informationen zur Ausbildung findest du unter: www.pflegeausbildung.net

►Ausbildung in der Industrie und im Handel

Die Handelsbranche ist einer der größten Wirtschaftssektoren in Deutschland. Kein Wunder, schließlich findest du hier alles: Lebensmittel, Mode, Elektronik, Möbel – diese Liste könnte noch ewig weitergeführt werden. Geht es um Handelsberufe, hast du im ersten Augenblick sicherlich den Verkäufer oder Kaufmann im Einzelhandel im Kopf. Doch die Branche ist weitaus vielseitiger. Der Warenfluss von der Bestellung über den Einkauf und die Lagerung bis hin zum Verkauf der verschiedenen Produkte bietet Tätigkeitsbereiche für diverse Berufe.

In der Metall- und Elektro-Industrie gibt es 40 spannende Ausbildungsberufe. In unserer Übersicht unter www.ausbildung-me.de findest du alle Berufe – von A wie Anlagenmechaniker bis Z wie Zerspanungsmechaniker. Hier findest du auch Antworten auf deine wichtigsten Fragen rund um die Themen Ausbildung, Berufswahl und Bewerbung in der Metall- und Elektroindustrie. Denn die Corona-Pandemie hat nicht nur unser Leben auf den Kopf gestellt, sondern auch den Ausbildungsmarkt verändert. Zu den gefragtesten Berufen 2022 gehören IT-Berufe und Kaufleute in e-Commerce.

Auf der Suche nach dem Traumberuf oder einem Ausbildungsplatz? Die interaktive Landkarte unter www.ihk.de zur den bundesweiten IHK-Angeboten der Berufsorientierung und Ausbildungsplatzsuche hilft Schülerinnen und Schülern, Ausbildungsplatzsuchenden, Eltern, Lehrkräften sowie Studienzweiflern oder -abbrechern, passende Angebote zu finden – digital und in Präsenz vor Ort.

►Was ist ein duales Studium?

Du kannst dich nicht zwischen einer dualen Ausbildung und einem Studium entscheiden und würdest gerne die Lernphasen eines Studiums mit der praktischen Arbeit, einem Praktikum oder sogar einer Ausbildung verknüpfen? Das duale Studium kombiniert die Arbeit in einem Unternehmen mit den theoretischen Seminaren und Vorlesungen einer Fachhochschule, Berufsakademie oder Universität.

Informationen hierzu findest du unter www.aubi-plus.de.

Du möchtest gerne eine Ausbildung machen und bist auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz? Wir haben ein paar Tipps für dich zusammengestellt, damit du gute Chancen auf deine Lehrstelle hast!

►Wo finde ich Ausbildungsplätze?

Informiere dich in unserer Region: Wir leben in einer wirtschaftlich starken Region. Viele Betriebe in Traunreut und der nahen Region bilden in verschiedensten Berufen aus und bieten Lehrlingen beste Bedingungen. Die Berufsschulen sind in Traunstein und damit auch leicht mit Bus oder Bahn zu erreichen. Wenn du eine Firma schon kennst, dann such ihre Internetseite auf. Oft findest du hier das Angebot an Ausbildungsberufen.

Du kannst natürlich auch direkt im Internet suchen. Es gibt viele Online-Datenbanken, in denen du von zuhause aus stöbern kannst. Hier kannst du deine Suche nach verschiedenen Kriterien einschränken: Gib zum Beispiel den Ort plus Umkreis an, in dem du deine Ausbildung machen willst. Außerdem kannst du nach Art der Ausbildung suchen und auswählen, welchen Schulabschluss du besitzt. Sinnvoll ist es auch, nach dem Datum des Ausbildungsstarts filtern zu können. So erhältst du nur die Ergebnisse, die dich wirklich interessieren.

Die Datenbanken mit Ausbildungsstellen werden von vielen anderen Interessierten genutzt werden, daher ist vor allem bei sehr beliebten Ausbildungsberufen wie Kaufmann im Einzelhandel, Verkäufer, Kaufmann für Büromanagement, Industriekaufmann, Kfz-Mechatroniker und Medizinischer Fachangestellter die Bewerberzahl und damit die Konkurrenz groß.

Viele Beratungen finden im Moment online statt. Informiere dich dazu auf den Internetseiten der örtlichen Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern. Auch auf diesen Seiten findest du Betriebe, die sich auf deine Bewerbung freuen!

►TIPP Ausbildungsförderung vom Amt

Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) unterstützt dich dabei, deine Lebenshaltungskosten zu decken, wenn du während der Ausbildung nicht bei den Eltern wohnen kannst. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Ausbildungsplatz zu weit vom Elternhaus entfernt ist oder wenn du schon eine eigene Familie und einen eigenen Haushalt hast. Die Berufsausbildungsbeihilfe wird als Zuschuss gezahlt, die Leistung muss nicht zurückgezahlt werden.Wird der Antrag bewilligt, erhältst du die Berufsausbildungsbeihilfe:
+ bei einer beruflichen Ausbildung: 18 Monate lang
+ bei anderen Bildungsmaßnahmen: 12 Monate lang

Danach kann Ihre Berufsausbildungsbeihilfe verlängert werden, sofern die Ausbildung oder Maßnahme noch nicht zu Ende ist. Dabei ist es egal, ob du eine betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildung machst. Wichtig ist nur, dass es sich um einen anerkannten Ausbildungsberuf handelt. Eine Berufsausbildung nach Teil 2 des Pflegeberufegesetzes ist förderungsfähig, wenn sie betrieblich durchgeführt wird. Grundsätzlich kann auch eine Ausbildung im Ausland mit der Berufsausbildungsbeihilfe gefördert werden, dafür gibt es aber zusätzliche Voraussetzungen.
Eine Beihilfe für schulische Berufsvorbereitungsmaßnahmen kann nicht gewährt werden.

Wie hoch die BAB Fall sein wird, hängt vom Einkommen ab, denn das wird auf die BAB angerechnet. Du kannst sogar einen Minijob neben der Ausbildung ausüben, ohne dass dieser Minijob auf die BAB angerechnet wird.

Weitere Informationen zur Berufsausbildungsbeihilfe findest du unter www.arbeitsagentur.de.

►Was bietet der Campus Chiemgau

Am Campus Chiemgau schließen sich mit der Technischen Hochschule Rosenheim, der Wirtschaftsförderung und der IHK Akademie Traunstein drei Experten im Bereich Bildung und Weiterbildung zusammen, um die berufliche Aus- und Weiterbildung in der Region zu stärken und sie um aktuelle Themen wie Digitalisierung, Agilität und Innovation zu erweitern.

Mit Plan B bist du auf der sicheren Seite!
Mach dir einen Plan B, daher suche dir weitere Berufe, die dich interessieren würden. Solltest du keine passende Ausbildungsstelle gefunden haben oder dir wurde abgesagt, gibt nicht auf! Die Wartezeit kannst du bis zum nächsten Jahr zum Beispiel mit einem Freiwilligendienst überbrücken. Wenn du keine Zeit bis zum nächsten Ausbildungsstart überbrücken möchtest, solltest du dich nach anderen Ausbildungsberufen umschauen, die auch deinen Interessen entsprechen würden.