Das alljährliche Herbstfest der rumänisch-orthodoxen Gemeinde Traunreut fand heuer in besonders feierlichem Rahmen statt. Es wurden der Grundstein und die Baustelle für das geplante Kulturzentrum gesegnet. Mit Dr. Ioan Selejan, Metropolit des Banats, und Dr. Serafim Joantă, Rumänisch-Orthodoxer Erzbischof und Metropolit für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa waren hochrangige geistliche Würdenträger vor Ort.

Ehrengäste waren auch MdB und Bundesminister a.D., Dr. Peter Ramsauer und Erster Bürgermeister der Stadt Traunreut, Hans-Peter Dangschat.

Bine ați venit – Herzlich willkommen! Bei strahlendem Wetter begrüßten die Kinder der rumänischen Schule in ihren bunt bestickten Trachten die Ankunft der festlich dekorierten Kutsche mit den beiden Metropoliten sowie Pfarrer Iconom Stavrofor Constantin Bartok und Bürgermeister Dangschat vor der rumänisch-orthodoxen Kirche in Traunreut. Untermalt mit zünftigen Klängen der Traunwalchener Blaskapelle wurde ihnen vor der schmucken Holzkirche „Zur Ehre der Heiligen Drei Hierarchen“ ein würdiger Empfang bereitet.

Die erst seit fünf Jahren bestehende rumänisch-orthodoxe Kirche in der Siebenbürgener Straße war aufs Prächtigste geschmückt und die auf dem Gelände versammelten Gemeindemitglieder waren überwiegend in farbenfrohe Landestrachten gekleidet. Der Liturgie mit den traditionellen Riten und Gesängen im Gotteshaus folgte eine kirchliche Zeremonie im Freien, bei der auch der Grundstein für das neue Kulturzentrum gesegnet wurde.

Metropolit Dr. Serafim Joantă betonte die Wichtigkeit von sozialen Bindungen auch außerhalb der Kirche. Daher rühre der Wunsch nach einem Kulturzentrum. Er bedankte sich ausdrücklich bei den lokalen Behörden für die Unterstützung bei den Bauangelegenheiten. Diese hätten von Anfang an die Bauprojekte der Kirchengemeinde begrüßt und – auch finanziell „mit einer bedeutenden Summe“- unterstützt.

Das Kulturzentrum, von dem das Fundament bereits steht, soll den Gemeindemitgliedern als eine Stätte der Begegnung dienen und zusammen mit der Kirche den in Deutschland aufgewachsenen Kindern und Jugendlichen eine geistige Heimat im Glauben und der bewahrten Traditionen geben. Von den insgesamt 120 rumänisch-orthodoxen Gemeinden Deutschlands gibt es 20 gemeindeeigene Kirchen. Die rumänisch-orthodoxe Kirchengemeinde in Traunreut ist die erste, die einen eigenen Kultursaal errichten und betreiben wird.

Erster Bürgermeister Hans-Peter Dangschat würdigte den Einsatz von Pfarrer Bartok, dem Gründer der Traunreuter rumänisch-orthodoxen Gemeinde. Diese umfasst mittlerweile knapp 3800 Mitglieder zwischen München und Salzburg. „Als Anlaufstelle für neu zugezogene rumänische Mitbürgerinnen und Mitbürger leistet sie somit auch einen wichtigen Integrationsbeitrag.“ so Dangschat. Zudem sei die Holzkirche mit der hochwertigen Handwerkskunst und den Wand- und Deckengemälden ein Schmuckstück der Region und Anziehungspunkt für Touristen aus Nah und Fern.

Pfarrer Bartok bedankte sich bei Erstem Bürgermeister Dangschat und Brauchtumsreferent Markus Schupfner. Er sprach seinen herzlichen Dank auch den Mitgliedern seiner Gemeinde aus. Sein ausdrücklicher Dank galt auch der Stadt Traunreut, die die rumänisch-orthodoxe Gemeinde von Anfang an immer willkommen geheißen habe.

Volkstanzeinlagen boten einen fröhlichen Abschluss des offiziellen Festaktes und gewährten Einblick in eine Kultur, die von Lebensfreude, Tradition und Verbundenheit geprägt ist. Der Tag fand im Festzelt bei Speis und Trank in geselligen Beisammensein einen gemütlichen Ausklang.

 

Foto: Zweiter Bürgermeister Reinhold Schroll; Johann Kotzur; Pfarrer Iconom Stavrofor Constantin Bartok; ehem. Bürgermeister Klaus Ritter; Dr. Serafim Joantă, Rumänisch-Orthodoxer Erzbischof und Metropolit für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa; Dr. Ioan Selejan, Metropolit des Banats; Dr. Peter Ramsauer, MdB und Bundesminister a.D.; Erster Bürgermeister Hans-Peter Dangschat; Pater Markus Jasny