Habt ihr auch in diesen schweren Zeiten das Wandern für euch entdeckt?

Wir sind noch zögerlich, ob dieser Hype etwas für uns ist. Nach einigen lustigen Diskussionen über die täglichen Status-Bilder unserer Freunde, entschieden wir uns, es einfach auszuprobieren. Wie schwer kann´s sein???
Also packten wir letzte Woche Kind und Kegel zusammen, um gemeinsame Familiewertzeit bei einer vermeintlich mittelschweren Wanderung in den Chiemgauer Bergen zu verbringen. Sind ja quasi vor der Haustür. Der Rucksack war voll mit Essen und Trinken, der Hund bereit und die Kinder voller Vorfreude. So fuhren wir los in Richtung Berge.
Gut, dass wir den Mund-Nasen-Schutz dabei hatten, da wir „überraschenderweise“ nicht die Einzigen mit dieser grandiosen Idee waren, an einem schönen Sonntag. Bereits vormittags um 10 Uhr war der Parkplatz brechend voll. Mit viel Glück fanden wir eine kleine, freie Lücke für unser Auto, Kinder und Hund befreiten wir durch den Kofferraum.

Nachdem Restaurants, Cafe´s und auch die Bergalmen geschlossen hatten, befand sich in unseren beiden Rucksäcken, Essen und Trinken für gefühlt 1 Woche und 10 Personen, aber man muss das Überleben sichern!
Voller Wanderlust starteten wir schwerst beladen los, erklärtes Ziel: Gipfelglück!
Bereits nach 10 Minuten wurde unsere Freude allerdings getrübt. Durchgeweichte Turnschuhe, durchgeschwitze Shirts: das Herbtstraumwetter kannte keine Gnade! Mit bohrenden Fragen, wie z.B. „Wie weit ist es noch? Wann machen wir eine Pause? Ich hab Hunger/Durst! Meine Füße tun weh!“, amüsierten wir lediglich die anderen Wanderer, die uns leichtfüßig überholten.
An diesem Punkt müssen wir euch leider mitteilen: wir waren alles andere als allein auf diesem Bergpfad. Was unsere Laune zusätzlich trübte, waren die älteren Herrschaften, die neuerdings, dank E-Bike, jeden Berg radelnd, ohne Pause und vor allem ohne Rücksicht auf Fußgänger erklimmen. Ständig mussten wir mit Kindern und Hund zur Seite springen, um einer Kollision zu entgehen.
Nach knapp 2 Stunden war es endlich soweit: die größteFreude des Wanderers – wir wurden mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt, die wir sogleich mit unseren Freunden selbstverständlich auf facebook, instagram und WhatsApp geteilt haben. Her mit den Lorbeeren nach dieser Schufterei, liebe Follower!!!!

Nach einer ausgiebigen Brotzeit mit vielen Fotos und jeder Menge Likes, wurde es Zeit den Rückweg anzutreten. Mit einem deutlich leichteren Rucksack und satten Kindern, war der Abstieg sehr viel angenehmer und deutlich schneller als der Aufstieg!

Unser Fazit: Erstmal: „Das machen wir niiieee wieder!“, dann nach ein paar Tagen: „Oder vielleicht gleich nächste Woche, weil es im Nachhinein betrachtet doch nicht so schrecklich war?!“

Bis zum nächsten Date

Eure Sanni und Banni