Das Kath. Kreisbildungswerk Traunstein bietet landkreisübergreifend einen Qualifizierungskurs für Tageseltern an

Als Alternative zur Unterbringung des eigenen Nachwuchses in der Kinderkrippe, -hort oder Kindergarten stehen seit längerem Tageseltern hoch im Kurs. Wer seine Kinder aus Arbeitsgründen nicht selbst betreuen kann, der weiß sie in Kleingruppen mit Familienanschluss gut untergebracht. Ein weiterer Vorteil: Die Betreuungszeiten für die Kinder können individuell vereinbart werden. Tageseltern springen nach Möglichkeit auch ein, wenn die Betreuungsplätze örtlicher Träger belegt sind.

Da die Nachfrage nach Kinderbetreuung bei Tageseltern steigt, bietet das Kreisbildungswerk Traunstein ab September in Zusammenarbeit mit den Tagespflege-Fachdiensten der Landratsämter Traunstein, Mühldorf und Berchtesgadener Land landkreisübergreifend einen neuen Qualifizierungskurs an. Der Unterricht erfolgt zentral im Mehrgenerationenhaus in Traunreut, umfasst 160 Stunden an zehn Wochenenden und dauert von September 2019 bis Mai 2020. Der Gesamtkurs gliedert sich in Grund- und Aufbaukurs, ein Praktikum und einen Erste-Hilfe-Kurs mit Schwerpunkt Kinder.

Die Ausbildung vermittelt ein vielseitig und praxisnah ausgerichtetes Hintergrundwissen unter anderem für die Betreuung von Kindern, zur Psychologie, die rechtlichen Rahmenbedingungen und das Selbstmanagement. Sie ist zudem die wichtigste Voraussetzung, um als Tagesmutter bzw. –vater arbeiten zu können. Diese erarbeiten bei dem Kurs auch ein eigenständiges Betreuungskonzept als Elterninformation. Erläutert wird auch die Abgrenzung zum Babysitting.

Tagesmütter sind oft selbst über die Frage nach der Kinderbetreuung zu dieser neuen Tätigkeit gekommen. Für manche ist etwa nach der Geburt der eigenen Kinder eine Ausbildung zur Tagesmutter ideal, um in der neuen Tätigkeit Arbeit, Einkünfte und Betreuung zu Hause unter einen Hut zu bringen. In manchen Familien sind sogar die Ehemänner engagiert bei der Sache und unterstützen ihre Frau. Auch die Kinder lernen gegenseitig vom Umgang mit Jüngeren und Älteren in der Gruppe.

Tagesmütter können die Kinder in ihrem eigenen Haushalt, bei den Eltern der Kinder oder in anderen geeigneten Räumlichkeiten betreuen. Etwa, wenn sich zwei Tagesmütter zusammenschließen wollen. „Generell dürfen Tageseltern fünf Kinder gleichzeitig betreuen“, klärt Christian Schwind vom Fachdienst für Tagespflege im Landratsamt Traunstein auf. Maximal sind acht Betreuungsverträge erlaubt, Vereinbarungen auf privater Basis grundsätzlich möglich.

Die Altersgrenze der betreuten Kinder liegt bei 14 Jahren. Die Elternbeiträge hängen vom Familieneinkommen und der Zahl der Betreuungsstunden ab. Ein Qualifizierungskurs ist erforderlich, wenn die Kinderbetreuung gegen Bezahlung und mehr als 15 Wochenstunden bzw. länger als drei Monate erfolgt. Angesichts knapper Plätzen in vielen festen Einrichtungen für die Kinderbetreuung bieten Tagesmütter-Plätze den Vorteil eines zusätzlichen Angebots und flexibler Betreuungszeiten. Die Nachfrage danach ist steigend.

Eine Tagesmutter, die bereits seit 20 Jahren Kinder betreut, formuliert ihre Erfahrungen so: „Man braucht Organisationsgeschick, Geduld und Liebe zum Beruf. Wenn man ein fremdes Kind von knapp einem Jahr bis ins Schulalter betreut und sieht, wie es lernt und sich in unserer kleinen Gruppe entwickelt, ist das ein schönes Erlebnis“, sagt sie. Natürlich ist auch viel Erfahrung, Konsequenz und Selbstdisziplin für den Beruf als Tagesmutter erforderlich. „Allein wegen des Geldverdienens sollte man diese Tätigkeit nicht machen.“

Eine Anmeldung für den Qualifizierungskurs für Tageseltern ist bis 10. September möglich. Nähere Informationen gibt es im Landratsamt Traunstein bei Christian Schwind, Tel.  0861-58 624,

Email:   Christian.schwind@traunstein.bayern

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