Heizung auf – Lichtschalter an – für viele von uns ein ganz normaler Vorgang. Dahinter steckt aber viel Technik, Know-how und Arbeit. Davon konnte sich Bürgermeister Klaus Ritter sowie eine kleine Delegation der Stadtverwaltung beim Betriebsbesuch des Heizkraftwerkes der STEAG New Energies GmbH in Traunreut eindrucksvoll überzeugen.

Das Kraftwerk liegt mitten auf dem Betriebsgelände der Firma B/S/H und ist durch die beiden großen Schornsteine schon von weitem gut zu erkennen. Zwei separate Brennkammern liefern Strom und Wärme für die Region. Während das Heizwerk vor allem die benachbarten Betriebe und Stadtbereiche mit Fernwärme versorgt, liefert das Heizkraftwerk mehr als 5 Megawatt Strom und zusätzlich noch Wärme an die lokalen Verbraucher. Der Betriebsstättenleiter Christian Hodny erklärte, dass in den kalten Wintermonaten rund 130 bis 150 Tonnen Altholz täglich im Traunreuter Werk verheizt werden. Auf das Jahr hochgerechnet ist dies ein Verbrauch von rund 45.000 t Altholz der Klassen A1 bis A3. Dies sind vor allem Holzreste aus den umliegenden Wertstoffhöfen der Region. Somit wird aus regionalen Wertstoffen Energie für die Region produziert.

Natürlich wurde auch das derzeit heiß diskutierte Thema der Feinstaubbelastung angesprochen. Wie Martin Schmitt und Markus Wolf von Seiten der STEAG erläutern konnten, verfügt die Anlage über modernste Kalkfilter, Feinstaubreinigungssysteme und schon seit vielen Jahren über die Harnstoffzugabe bei der Verbrennung. Die Staubbelastung konnte mit diesen Maßnahmen auf niedrigste Werte eingestellt werden. Das Kraftwerk der STEAG ist somit ein Vorzeigebeispiel der regionalen Energiegewinnung und -nutzung.

Ziel der Betriebsbesuche des Bürgermeisters ist es unter anderem Informationen über die zukünftigen Planungen der Betriebe zu erhalten bzw. Lösungsansätze für bestehende Probleme zu finden. Die Zukunft des Kraftwerks ist vor allem an die Fortführung der Regelungen des Erneuerbaren Energie Gesetzes (EEG) gekoppelt. Stadt, Stadtwerke und STEAG möchten bis 2024 zum Auslaufen der Einspeisevergütungen ein Lösungskonzept erarbeiten, wie es gelingen kann weiterhin regionale Wertstoffe auch regional zu Energie umwandeln zu können. Wärme und Strom aus Traunreut für Traunreut – eine bessere Lösung kann es nicht geben!