Die Radiologische Gemeinschaftspraxis Trostberg baut Standorte aus

Im Interview mit Praxisleitung Barbara Grismayer

Frau Grismayer, am Standort Trostberg arbeiten Sie mit MRT, CT und Digitales Röntgen. Neu hinzugekommen sind nun der Standort Traunreut und Fridolfing. Welche Verfahren werden hier angeboten?
In Traunreut haben wir im Oktober letzten Jahres ein 3Tesla MRT in Betrieb genommen, in Fridolfing untersuchen wir zukünftig mit einem Mehrzeilen Spiral CT.

Digitales Röntgen, MRT und CT: bitte erklären Sie kurz den Unterschied der drei Verfahren.
Digitales Röntgen und CT sind Verfahren mit Röntgenstrahlen. Digitales Röntgen liefert hochauflösende digitale Röntgenbilder bei reduzierter Strahlenbelastung. Das digitale Röntgen bietet im Vergleich zum konventionellen Röntgen eine sowohl umweltbewusste als auch qualitativ hochwertige Alternative. Die reduzierte Strahlenbelastung für den Patienten ist ebenfalls ein großer Vorteil.

CT ist ein Schnittbildverfahren mit Röntgenstrahlen, das in wenigen Minuten überlagerungsfreie Bilder liefert. Im Gegensatz zum Röntgen erhält man mehr präzisere Informationen der Köperstrukturen. CT eignet sich für eine schnelle Unfalldiagnostik bei allen knöchernen Verletzungen und Veränderungen, bei Hirnblutungsausschluss und Schlag-anfällen. Auch geeignet ist diese Methode zur Darstellung von Bandscheiben-, Lungenveränderungen und Veränderungen der inneren Organe und Gefäße. Weiters wird die Computertomographie für eine exakte Prothesenplanung vor Operationen eingesetzt.

Wenn man umgangssprachlich davon spricht, anlässlich einer Untersuchung in die Röhre zu kommen, ist häufig eine MRT-Untersuchung gemeint. Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT, ist ein Bild gebendes Verfahren. Im MRT kann man besonders gut Weichteile, Muskeln, Sehnen Bänder, Menisken, Blutergüsse, also alles was Gelenke betrifft, Veränderungen des Gehirns, der Bandscheiben in der Wirbelsäule und im Bauch und Becken Bereich darstellen. Im Unterschied zur „zweiten“ Röhre, der Computertomographie (CT), funktioniert die MRT nicht mit Röntgenstrahlen, sondern erzeugt die Bilder mittels Magnetfeld. Bei einer Magnetresonanztomographie, auch Kernspintomographie genannt, wird die zu untersuchende Region einem Magnetfeld ausgesetzt, das 50.000-mal stärker ist als das Magnetfeld der Erde. Der Vorteil der Magnetresonanztomographie liegt vor allem darin, dass der Körper keiner Röntgenstrahlung ausgesetzt wird. Zudem ist es bei der MRT möglich, Schnittbilder aus verschiedenen Perspektiven und Winkeln aufzunehmen. Dadurch lassen sich Organe und andere Weichteile sehr detailliert darstellen. Eine MRT dauert je nach Bedarf von wenigen Minuten bis zu einer Stunde, selten auch länger. In der Regel macht ein MRT-Gerät starken Lärm, weshalb der Patient mit Ohrenschützern ausgestattet wird.

Am 18. September wurde es in Traunreut angeliefert, das 7 Tonnen schwere MRT (3 Tesla) Gerät. Somit bietet nun das Traunmed eines der modernsten Diagnostikverfahren für die Patienten an. Warum war Ihnen ein Standort in Traunreut so wichtig – Trostberg und Traunstein liegen ja recht nah?
Ja es stimmt, dass Trostberg und Traunstein nahe liegen, doch Traunreut ist die größte Stadt im Landkreis mit den meisten Einwohnern. Auch leben hier viele Menschen, die nicht mobil sind und zu Fuß zum Traunmed kommen können. Die im Traunmed und Umgebung niedergelassenen Ärzte und die Versorgung von Patienten des Traunmed Sport- & Rehazentrums, sowie die sehr gute Zusammenarbeit mit den Ärzten und dem Physioteam waren ein äußerst wichtiger Punkt für uns bei der Standortwahl, den wir mit der Versorgungsmöglichkeit durch ein MRT noch weiter zu verbessern.

Welche Qualifikationen und Synergien zeichnen die Radiologische Gemeinschaftspraxis aus?
In unserer Praxis sind sowohl Fachärzte für Radiologie als auch Doppelfachärzte für Radiologie und Nuklearmedizin. Außerdem beschäftigen wir Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit verschiedenen Ausbildungen auf Fachgebieten. Angefangen von Azubis zur Medizinischen Fachangestellten über Medizinische Fachangestellte mit Röntgenschein bis hin zu MTRAs (medizinisch technische Assistenten/innen) und B.sc Radiologietechnologen. Aufgrund des hohen technischen Niveaus und der hohen Anforderungen an medizinisches Wissen sind diverse Qualifikationen nötig, um unseren Fachärzten adäquat zuarbeiten zu können und eine bestmögliche Bildqualität zu liefern.

Kassenpatient, Privat oder BG – machen Sie einen Unterschied?
Nein, wir behandeln alle Patienten gleich und versuchen für alle Patienten schnellstmögliche Termine zu finden und jeder Dringlichkeit der Untersuchung gerecht zu werden. Teilweise kann es aufgrund der Deckelung der KVB auf MRT Untersuchungszahlen in Bayern bei Patienten aller Kassen zu kürzeren Wartezeiten kommen.

Die Wartezeiten unter anderem für eine Diagnostik mit MRT waren besonders für Kassenpatienten lang. Sehen Sie hier nun eine deutliche Verbesserung der Wartezeiten?
Aufgrund unserer erweiterten Öffnungszeiten im MRT von 6:30 bis 20 Uhr an beiden Standorten Trostberg und Traunreut, können wir vielen Patienten zeitnah eine MRT Untersuchung anbieten. Für uns ist deutlich erkennbar, dass unser Einzugsgebiet weitläufig ist, bis in andere Landkreise reichend.

Sie schreiben patientenfreundliche Ver-sorgung. Was bedeutet das konkret für Sie?
Wir versuchen dem Patienten schon von der Terminvergabe weg durch freundliche, kompetente und geschulte Mitarbeiterinnen bis hin zur Untersuchung ein gutes Gefühl zu geben, individuell auf die Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen und ein freundliches, motiviertes Arbeitsklima zu vermitteln. Natürlich gelingt es nicht immer, aber wir erhalten sehr viel positive Resonanz.

Sind noch weitere Standorte geplant?
In naher Zukunft eröffnen wir einen großen Standort in Rosenheim mit Radiologie und Nuklearmedizin.

Interview: Henriette Matovina
Foto: Radiologische Gemeinschaftspraxis